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Quellen.

Hier finden Sie Quellen, Annahmen und Rechenwege unserer Aussagen. Die Originale sind verlinkt; Herleitungen und Einschränkungen stehen bei den jeweiligen Belegen. Zuletzt gegen die Originale geprüft am 31. August 2026, die Cloud-Belege am 2. September 2026.

Inhalt

  • Ein Arbeitstag pro Woche
  • Die drei Zahlen der Startseite
  • Insolvenzen 2025
  • Platz 12 in der EU
  • Digitalisierung und Wertschöpfung
  • Verschwendete Cloud-Ausgaben
  • Nachhaltigkeit im Kreditgespräch
  • Andere Ranglisten
  • Potenzialrechner

Aussage auf der Website

„Ein Arbeitstag pro Woche geht nicht in Ihre Aufträge.“

Das entspricht 20 Prozent der Arbeitszeit, ein Tag von fünf. Zwei unabhängige Erhebungen liegen darüber und tragen die Aussage jede für sich, addiert wird nichts. Die dritte misst enger und steht hier als Untergrenze.

Steht auf der Startseite im Abschnitt zum Zeitverlust.

Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln

Unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut

„Ein Tag pro Woche für Bürokratie“, IW-Kurzbericht 94/2025, 18. November 2025

Erhebung
IW-Beschäftigtenbefragung, Mai und Juni 2025
Stichprobe
4.977 Beschäftigte, davon 1.712 Führungskräfte
Ergebnis
Beschäftigte ohne Führungsverantwortung wenden rund 23 Prozent ihrer Arbeitszeit für Berichts- und Dokumentationspflichten auf, Führungskräfte rund 30 Prozent. Jede zweite befragte Person kommt dabei auf einen Tag pro Woche und mehr.
Weg von der Studie zur Aussage

Unsere Aussage nennt 20 Prozent und liegt damit unter beiden Werten. Die Befragung trennt betriebsinterne und externe Pflichten bewusst nicht, misst also den Aufwand im Arbeitsalltag und nicht nur die Post von Behörden. Genau darum geht es uns: verlorene Zeit ist verlorene Zeit, unabhängig davon, wer das Formular verlangt.

Was die Studie nicht ist: eine Zeitmessung. Die Beschäftigten schätzen ihren Anteil selbst ein. Schätzungen fallen erfahrungsgemäß eher zu hoch aus, deshalb steht die Aussage unter dem Wert und nicht auf ihm.

IW-Kurzbericht ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

ifo Institut, im Auftrag des Bundesfinanzministeriums

Wirtschaftsforschungsinstitut im Auftrag eines Bundesministeriums

„Firmenbefragung zum Thema Bürokratie in Deutschland“, Juni 2024

Erhebung
14. bis 29. Mai 2024
Stichprobe
437 Entscheidungstragende, im Median Betriebe mit 127 Beschäftigten, quer durch verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel und Dienstleistung
Ergebnis
Angestellte sind rund 22 Prozent ihrer Arbeitszeit mit bürokratischen Tätigkeiten beschäftigt. Ein Viertel der Betriebe nennt 30 Prozent oder mehr.
Weg von der Studie zur Aussage

Die Größenklasse trifft unsere Kunden genauer als jede andere Erhebung zum Thema: im Median 127 Beschäftigte, also Mittelstand und nicht Konzern.

Auftraggeber ist das Bundesfinanzministerium. Die Studie verkauft nichts, sie liefert der Politik eine Grundlage für den Bürokratieabbau.

Studie beim Bundesfinanzministerium ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

KfW Research

Research der Förderbank des Bundes

Fokus Volkswirtschaft Nr. 495, 25. April 2025

Erhebung
KfW-Mittelstandspanel 2024, Erhebungsjahr 2023, repräsentativ für den deutschen Mittelstand
Stichprobe
Hochgerechnet auf 3,8 Millionen kleine und mittlere Unternehmen
Ergebnis
Der Aufwand zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben entspricht 6,9 Prozent der Arbeitszeit, im Median 3 Prozent. Je Unternehmen sind das im Schnitt 32 Stunden im Monat, im gesamten Mittelstand 1,5 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr.
Weg von der Studie zur Aussage

Diese Zahl trägt unsere Aussage nicht, sie begrenzt sie nach unten. Sie steht hier, weil eine Belegseite auch die Zahl zeigen muss, die gegen die eigene Aussage spricht.

Der Unterschied liegt in der Definition: KfW zählt ausschließlich den Aufwand für gesetzliche Vorgaben, gerechnet je Unternehmen, und rund ein Drittel davon erledigen externe Dienstleister. IW und ifo zählen den Aufwand im Arbeitsalltag je Beschäftigtem, samt interner Nachweise, Suche und doppelter Erfassung. Unsere Aussage meint den Arbeitsalltag, nicht die Behördenpost allein.

KfW-Auswertung ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

Aussage auf der Website

„Das ist kein Einzelfall.“: 26, 53 und 70 von 100

Die Sektion auf der Startseite zeigt drei Balken aus drei Erhebungen: wie viele Betriebe nicht einmal die digitale Grundausstattung haben, wie viele mit der eigenen Digitalisierung nicht zurechtkommen und wie viele in drei Jahren kein Vorhaben abgeschlossen haben. Jeder Balken übernimmt die Zahl der Erhebung. Eine zugesagte Wirkung steht dort nicht.

Steht auf der Startseite im Abschnitt „Das ist kein Einzelfall“.

Eurostat

Amtliche Statistik der Europäischen Union

Digital Intensity Index, Datensatz isoc_e_dii, Erhebungsjahr 2025

Erhebung
Amtliche EU-Erhebung, Indikator E_DI3_GELO, Einheit PC_ENT
Stichprobe
Betriebe mit 10 bis 249 Beschäftigten, Wirtschaftszweige C10-S951_X_K, alle 27 EU-Länder
Ergebnis
In Deutschland erreichen 73,55 Prozent der Betriebe mindestens das Basisniveau digitaler Intensität, also mindestens vier von zwölf abgefragten Technologien. Die übrigen 26,45 Prozent erreichen es nicht.
Weg von der Studie zur Aussage

Der Balken nennt 26 von 100 und rundet damit ab. Es ist dieselbe Erhebung, die auf dieser Seite unter „Platz 12 in der EU“ steht, nur von der anderen Seite gelesen: dort geht es um den Rang Deutschlands, hier um die Betriebe, die nicht einmal das Basisniveau erreichen.

Was der Index nicht ist: eine Aussage über die Qualität der Abläufe. Er zählt, wie viele Technologien ein Betrieb einsetzt, nicht wie gut sie ineinandergreifen.

Datensatz bei Eurostat ansehen (öffnet in neuem Tab)

Bitkom Research

Marktforschung des Branchenverbands der Digitalwirtschaft

„Digitalisierung der Wirtschaft“, Berlin, 12. März 2025

Erhebung
Telefonbefragung, Kalenderwochen 2 bis 7 des Jahres 2025, gewichtet nach der Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes
Stichprobe
603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, statistische Fehlertoleranz vier Prozentpunkte
Ergebnis
Der Aussage „Wir haben Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen“ stimmen 53 Prozent der Unternehmen zu. 2017 waren es 30 Prozent, 2023 noch 39 Prozent.
Weg von der Studie zur Aussage

Der Balken nennt 53 von 100 und übernimmt die Zahl unverändert.

Wer erhebt, steht daneben: Bitkom ist der Verband der Digitalwirtschaft und hat ein Interesse daran, dass Digitalisierung als dringend gilt. Die Erhebung selbst ist eine repräsentativ gewichtete Telefonbefragung mit ausgewiesener Fehlertoleranz, und sie stellt dieselbe Frage seit 2017. Der Verlauf über acht Jahre ist der Grund, warum die Zahl hier steht.

Was die Zahl nicht ist: eine Messung. Die Unternehmen schätzen sich selbst ein, und die Basis beginnt bei 20 Beschäftigten, nicht bei 10.

Charts ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

KfW Research

Research der Förderbank des Bundes

„KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025“, April 2026

Erhebung
KfW-Mittelstandspanel, Berichtszeitraum 2022 bis 2024
Stichprobe
Repräsentativ für den deutschen Mittelstand, hochgerechnet auf rund 1,2 Millionen Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben
Ergebnis
Der Anteil der mittelständischen Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben liegt bei 30 Prozent und sinkt erstmals wieder. 70 Prozent haben in diesen drei Jahren kein Vorhaben abgeschlossen.
Weg von der Studie zur Aussage

Der Balken nennt 70 von 100 und ist die Gegenzahl zu den 30 Prozent des Berichts.

Mittelstand ist hier die Definition der KfW, also Unternehmen bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz und damit auch kleiner als zehn Beschäftigte. Die Zahl misst außerdem abgeschlossene Vorhaben in drei Jahren, nicht den Stand der Abläufe: ein Betrieb ohne abgeschlossenes Vorhaben kann digital gut aufgestellt sein, er hat in diesen drei Jahren nur nichts fertiggestellt.

KfW Research ist das Research der Förderbank des Bundes und verkauft nichts. Das Panel ist die größte regelmäßige Erhebung zum deutschen Mittelstand.

Bericht ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

Aussage auf der Website

„263 Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten waren 2025 insolvent.“

Zwei amtliche Auswertungen und eine Halbjahresanalyse. Die erste liefert die 263, die zweite die Gesamtzahl über alle Größen, die dritte das Zitat und den Stand des laufenden Jahres. Keine Zahl wird mit einer anderen verrechnet, und keine sagt etwas über die Ursache einer einzelnen Insolvenz.

Steht auf „Wer nicht mit der Zeit geht“.

Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Unabhängiges Forschungsinstitut, Daten der amtlichen Statistik

Unternehmensinsolvenzen nach Beschäftigtengrößenklassen, Statistik-Seite, Stand 2025

Erhebung
Auswertung der Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamtes, Berichtsjahr 2025
Stichprobe
Vollerhebung: alle in Deutschland eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren
Ergebnis
263 insolvente Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten, ein Anstieg von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwei Drittel aller insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt der Antragstellung niemanden.
Weg von der Studie zur Aussage

Die 263 auf unserer Seite sind genau diese Zahl, unverändert übernommen. Wir nennen sie, weil die Größenklasse über 100 Beschäftigte den Betrieben entspricht, mit denen wir arbeiten: keine Kleinstunternehmen, sondern Betriebe mit Belegschaft, Anlagen und Verträgen.

Was die Zahl nicht sagt: warum diese Betriebe insolvent wurden. Eine Insolvenzstatistik nennt keine Ursachen, und wir behaupten auch keine. Auf der Seite steht deshalb ausdrücklich, dass niemand zählt, wie viele der 263 an fehlender Digitalisierung hingen.

Statistik beim IfM Bonn ansehen (öffnet in neuem Tab)

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Amtliche Statistik des Bundes

Pressemitteilung Nr. 085 vom 13. März 2026, Unternehmensinsolvenzen 2025

Erhebung
Amtliche Insolvenzstatistik, Berichtsjahr 2025
Stichprobe
Vollerhebung: alle bei deutschen Amtsgerichten registrierten Verfahren
Ergebnis
24.064 Unternehmensinsolvenzen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2014 (damals 24.085). Die Forderungen der Gläubiger lagen bei rund 47,9 Milliarden Euro nach 58,1 Milliarden im Vorjahr.
Weg von der Studie zur Aussage

Von hier stammt der Satz „Über alle Größen: 24.064 Insolvenzen, der höchste Stand seit 2014.“ Beides steht so in der Pressemitteilung.

„Höchster Stand seit 2014“ heißt nicht „höchster Stand überhaupt“: 2009 lag die Zahl mit 32.687 Verfahren deutlich darüber. Der Vergleich bleibt deshalb auf 2014 bezogen und wird nicht zum Rekord aufgerundet.

Pressemitteilung beim Statistischen Bundesamt ansehen (öffnet in neuem Tab)

Creditreform Wirtschaftsforschung, Neuss

Wirtschaftsforschung einer Wirtschaftsauskunftei

„Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026“, veröffentlicht am 23. Juni 2026

Erhebung
Halbjahresanalyse der Creditreform Wirtschaftsforschung, 1. Halbjahr 2026
Stichprobe
Auswertung des gesamten deutschen Insolvenzgeschehens auf Basis eigener Wirtschaftsdatenbanken
Ergebnis
12.900 Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit 2013. Die Schadenssumme lag bei rund 28,5 Milliarden Euro, betroffen waren rund 165.000 Arbeitsplätze nach 143.000 im Vorjahr.
Weg von der Studie zur Aussage

Aus dieser Analyse stammt das Zitat auf unserer Seite. Es ist gekürzt, und der ausgelassene Teil steht bei uns in der Zuschreibung: Patrik-Ludwig Hantzsch spricht dort über Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz.

Im Original lautet die Stelle: „Gleichzeitig verändern Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz deren Geschäftsmodell. Wer sich nicht schnell genug anpasst, gerät ins Hintertreffen und wird selbst zum Treiber der steigenden Insolvenzzahlen.“ Sie bezieht sich auf den Dienstleistungssektor. Wir übertragen sie nicht auf alle Branchen, sondern zitieren sie als das, was sie ist: die Einschätzung des Hauses, das diese Zahlen erhebt.

Analyse bei Creditreform ansehen (öffnet in neuem Tab)

Aussage auf der Website

„Deutschland liegt beim Digitalisierungsgrad auf Platz 12 in der EU.“

Das Board im Abschnitt „Unsere Mission“ zeigt, wie viele Betriebe mit 10 bis 249 Beschäftigten mindestens das Basisniveau digitaler Intensität erreichen: die ersten fünf Länder, eine Zeile für die sechs Länder dazwischen und Deutschland auf Platz 12. Alle Werte stammen aus derselben amtlichen Erhebung.

Steht auf der Seite „Über uns“ im Abschnitt „Unsere Mission“.

Eurostat

Amtliche Statistik der Europäischen Union

Digital Intensity Index, Datensatz isoc_e_dii, Erhebungsjahr 2025

Erhebung
Amtliche EU-Erhebung, Indikator E_DI3_GELO, Einheit PC_ENT
Stichprobe
Betriebe mit 10 bis 249 Beschäftigten, Wirtschaftszweige C10-S951_X_K, alle 27 EU-Länder
Ergebnis
Deutschland erreicht 73,55 Prozent und Platz 12 von 27. Finnland führt mit 94,04 Prozent, Dänemark folgt mit 92,45. Der EU-Durchschnitt liegt bei 71,39 Prozent.
Weg von der Studie zur Aussage

Der Index zählt, wie viele von zwölf abgefragten digitalen Technologien ein Betrieb einsetzt. Basisniveau heißt: mindestens vier davon. Gemessen wird damit die Breite der Digitalisierung, nicht der Besitz eines einzelnen Werkzeugs.

Wir haben die Werte über die Eurostat-Programmierschnittstelle geholt statt aus Sekundärberichten übernommen und Land für Land gegengeprüft. Das Board rundet auf eine Nachkommastelle und sortiert nach dem ungerundeten Wert.

Der Rückstand besteht nicht gegenüber Osteuropa. Vor Deutschland liegen Skandinavien, die Niederlande und Belgien, aber auch Malta, Italien, Irland, Luxemburg, Spanien und Zypern.

Datensatz bei Eurostat ansehen (öffnet in neuem Tab)
Die vollständige Tabelle, 27 Länder
  1. Finnland94,0 Prozent
  2. Dänemark92,5 Prozent
  3. Niederlande88,8 Prozent
  4. Schweden86,5 Prozent
  5. Belgien84,4 Prozent
  6. Malta83,5 Prozent
  7. Italien79,5 Prozent
  8. Irland79,3 Prozent
  9. Luxemburg76,7 Prozent
  10. Spanien75,4 Prozent
  11. Zypern74,4 Prozent
  12. Deutschland73,6 Prozent
  13. Litauen73,5 Prozent
  14. Österreich73,0 Prozent
  15. Estland72,1 Prozent
  16. Tschechien70,5 Prozent
  17. Frankreich69,4 Prozent
  18. Slowenien65,7 Prozent
  19. Portugal63,9 Prozent
  20. Ungarn59,8 Prozent
  21. Polen59,0 Prozent
  22. Lettland58,5 Prozent
  23. Kroatien57,1 Prozent
  24. Slowakei57,1 Prozent
  25. Griechenland56,0 Prozent
  26. Rumänien44,3 Prozent
  27. Bulgarien38,3 Prozent
Warum hier kein Zeitverlauf steht

Eurostat wechselt die Version des Index jährlich: ungerade Jahre laufen auf Version 3, gerade Jahre auf Version 4. Die Versionen zählen verschiedene Technologien und sind nicht miteinander vergleichbar. Zwei Jahrgänge lassen sich deshalb nicht vergleichen, Länder innerhalb eines Jahrgangs schon.

Aus demselben Grund weichen ältere Veröffentlichungen ab: KfW Research nannte im September 2024 für Deutschland 61,4 Prozent und Rang 9. Das ist derselbe Indikator in derselben Version, aber mit dem Erhebungsjahr 2023. Beide Zahlen stimmen, sie beschreiben verschiedene Jahre.

Das Ziel der EU für 2030

Die Marke im Board stammt von der EU, nicht von uns. Sie steht im Programm für die digitale Dekade, im Wortlaut: „more than 90% of small and medium-sized enterprises (SMEs) should reach at least a basic level of digital intensity by 2030.“ Erreicht haben dieses Ziel im Jahr 2025 zwei Länder, Finnland und Dänemark. Deutschland fehlen 16,5 Prozentpunkte.

Die 94,0 Prozent im Board sind der Wert, den Finnland heute erreicht. Kein Versprechen von Replain und keine Prognose. Ob ein einzelner Betrieb dorthin kommt, hängt an diesem Betrieb und nicht an einem Durchschnitt.

Zielwerte der digitalen Dekade bei Eurostat ansehen

Warum die Schweiz nicht in der Tabelle steht

Die Schweiz nimmt an dieser EU-Erhebung nicht teil. Der Datensatz enthält die 27 EU-Länder sowie Norwegen, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Serbien und die Türkei. Einen methodisch vergleichbaren Schweizer Wert gibt es in dieser Statistik nicht, deshalb steht die Schweiz weder in der Tabelle noch im Board. Wer die Schweiz an der Spitze eines Digitalisierungsrankings findet, liest das IMD-Ranking, und das misst etwas anderes.

Aussage auf der Website

„Digitalere Betriebe erwirtschaften mehr je Beschäftigtem.“

Hinter dem Umschalter „Zusammenhang“ im Board steht ein Streudiagramm aller 27 EU-Länder. Waagerecht der Platz beim Digitalisierungsgrad, senkrecht der Platz bei der Wertschöpfung je Beschäftigtem.

Steht auf der Seite „Über uns“ im Abschnitt „Unsere Mission“.

Eurostat

Amtliche Statistik der Europäischen Union, eigene Berechnung

Strukturelle Unternehmensstatistik, Datensatz sbs_sc_ovw, Erhebungsjahr 2023

Erhebung
Amtliche EU-Erhebung
Rechenweg
Wertschöpfung (AV_MEUR) geteilt durch Beschäftigte (EMP_NR), Größenklassen 10 bis 19, 20 bis 49 und 50 bis 249 zusammengefasst, Wirtschaftszweige B bis S ohne öffentliche Verwaltung
Ergebnis
Über alle 27 Länder beträgt die Pearson-Korrelation zwischen Digitalisierungsgrad und Wertschöpfung je Beschäftigtem 0,697, die Rangkorrelation nach Spearman 0,846. Ohne Luxemburg steigen beide auf 0,824 und 0,858.
Weg von der Studie zur Aussage

Als Gegenprobe mit beiden Größen aus dem Jahr 2023 ergeben sich 0,599 und 0,742, ohne Luxemburg 0,771 und 0,781. Der Zusammenhang hält in jeder dieser Rechnungen.

Das Diagramm zeigt Ränge und keine Werte. Luxemburg erwirtschaftet 141.302 Euro je Kopf und würde die senkrechte Achse so stauchen, dass zwanzig Länder unten in einem Klumpen kleben. Die Rangdarstellung ist dagegen unempfindlich und zeigt genau das, was die Rangkorrelation misst.

Deutschland steht beim Digitalisierungsgrad auf Platz 12 und bei der Wertschöpfung auf Platz 11, liefert also ungefähr das, was sein Digitalisierungsgrad erwarten lässt. Das ist ein Zusammenhang und kein Beweis für eine Ursache: dass digitale Betriebe mehr erwirtschaften, zeigen diese Daten. Dass die Digitalisierung der Grund dafür ist, zeigen sie nicht. Beides steht so auch im Board.

Die beiden Jahrgänge liegen zwei Jahre auseinander, weil 2023 der jüngste Jahrgang ist, den Eurostat für diese Größenklassen ausweist.

Datensatz zur Wertschöpfung bei Eurostat ansehen (öffnet in neuem Tab)

Aussage auf der Website

Ungenutzte Cloud-Ausgaben und Rechenbeispiel

Die 29 Euro dazwischen sind der Anteil, den Unternehmen selbst als verschwendet einschätzen. Eine Befragung trägt die Zahl, zwei weitere Belege tragen die Ursachen, die auf der Seite daneben stehen. Addiert wird nichts, und der gemessene Wert unten liegt bewusst nicht in der Aussage: er gilt nur für Container-Plattformen. Die dritte Ursache auf der Seite, 168 gegen 45 Stunden, ist keine Studie, sondern eine Rechnung: eine Woche hat 168 Stunden, eine Arbeitswoche gut 45.

Steht auf der Seite zur Cloud-Optimierung, im Abschnitt über das Problem und als Anfangswert im Rechner darunter.

So rechnet der Cloud-Rechner

Monatsrechnung × angenommener Anteil ergibt die monatliche Einsparung. 29 % ist die feste Annahme des Beispiels, aus der unten belegten Selbsteinschätzung.

Der Rechner rundet die monatliche Einsparung auf 5 €, ab 1.000 € auf 50 €. Im Beispiel sind die ersten drei Monatsersparnisse die Vergütung. Ihnen bleiben neun Monatsersparnisse im ersten Jahr, danach zwölf pro Jahr. Über fünf Jahre sind es 57 Monatsersparnisse.

Alle Beträge sind netto. Das Beispiel setzt eine gleichbleibende Einsparung voraus. Die Annahmen sind keine Zusage; die tatsächliche Einsparung zeigt erst die Messung. Abgerechnet wird gegen die Rechnung Ihres Anbieters. Fällt die Einsparung weg, entfällt die entsprechende Vergütung.

Flexera

Anbieter von Software für Cloud-Kostenverwaltung, jährliche Erhebung

„2026 State of the Cloud Report“, Seite 7 und 44

Erhebung
Befragung im Winter 2025
Stichprobe
753 Fachleute und Führungskräfte weltweit, aus Unternehmen unter und über 1.000 Beschäftigten
Ergebnis
Auf die Frage nach den eigenen verschwendeten Cloud-Ausgaben nennen die Befragten im Schnitt 29 Prozent („Estimated wasted cloud spend ticked up to 29%“). In den fünf Jahren davor war der Wert rückläufig. Derselbe Bericht hält fest, dass weniger als die Hälfte der Unternehmen überhaupt einen Mengenrabatt ihres Anbieters nutzt.
Weg von der Studie zur Aussage

Wir rechnen den Anteil in Euro um, weil in Euro entschieden wird: 29 von 100 Euro. Der Rest, 71 Euro, ist die Aussage auf der Seite. Gerundet oder aufgehübscht wird nichts.

Was die Studie nicht ist: eine Messung. Die Befragten schätzen selbst, und sie sitzen weltweit, nicht im deutschen Mittelstand. Deshalb steht die Zahl auf der Seite als Schnitt fremder Unternehmen und nicht als Erwartung für Ihren Betrieb. Im Rechner ist sie der Anfangswert, den Sie selbst verstellen.

Flexera verkauft Software zur Verwaltung von Cloud-Kosten, die Erhebung ist also nicht unabhängig. Sie stellt seit Jahren dieselbe Frage an dieselbe Art von Panel, und das ist der Grund, warum sie hier steht. Wer sie erhebt, steht daneben.

Bericht ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

Cast AI

Anbieter von Kubernetes-Automatisierung, Auswertung eigener Messdaten

„2025 Kubernetes Cost Benchmark Report“, veröffentlicht am 5. März 2025

Erhebung
Messung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024, vor dem Einsatz eigener Automatisierung
Stichprobe
Mehr als 2.100 Organisationen auf AWS, Google Cloud und Azure, Cluster unter 50 CPUs ausgenommen
Ergebnis
Von der bereitgestellten Rechenleistung sind im Schnitt 10 Prozent tatsächlich genutzt, im Jahr davor 13 Prozent. Beim Arbeitsspeicher sind es 23 Prozent.
Weg von der Studie zur Aussage

Diese Zahl ist gemessen und nicht geschätzt, deshalb steht sie hier neben der Befragung. Sie gilt für Container-Plattformen, und genau so steht sie auch auf der Seite. Wer ein einzelnes System bei einem Anbieter betreibt, liegt anders.

Cast AI verkauft Optimierung für genau diese Plattformen, und gemessen wurde bei den eigenen Interessenten, bevor die Optimierung lief. Das ist die günstigste denkbare Ausgangslage für den Anbieter. Wir lesen die Zahl deshalb als Hinweis auf die Größenordnung, nicht als Erwartungswert.

Mitteilung zum Bericht ansehen (öffnet in neuem Tab)

Amazon Web Services

Angabe des Anbieters

Preisseite zu Reserved Instances

Erhebung
Öffentliche Preisangabe, abgerufen am 2. September 2026
Stichprobe
Keine Erhebung, sondern die Preisliste des Anbieters
Ergebnis
AWS nennt für Standard Reserved Instances einen Nachlass von bis zu 72 Prozent gegenüber dem On-Demand-Preis („up to 72%“), bei ein oder drei Jahren Laufzeit. Für Convertible Reserved Instances sind es bis zu 66 Prozent.
Weg von der Studie zur Aussage

Das ist kein Durchschnitt und keine Zusage für Ihren Betrieb, sondern der höchste Nachlass, den der Anbieter selbst ausweist. Auf der Seite steht deshalb „bis zu 72 Prozent“ und nicht „72 Prozent“.

Der Satz daneben, dass weniger als die Hälfte der Unternehmen überhaupt einen solchen Rabatt nutzt, stammt aus dem Flexera-Bericht darüber. Beides zusammen ist die Ursache: der Nachlass existiert, er wird nur nicht gezogen.

Preisseite ansehen (öffnet in neuem Tab)

Aussage auf der Website

„37 % der Betriebe ab 50 Beschäftigten hatten das Thema zuletzt im Kreditgespräch.“

Im Mittelstand insgesamt ist Nachhaltigkeit im Kreditgespräch noch die Ausnahme: dort sind es 15 von 100. Der Unterschied nach Betriebsgröße ist der Punkt, und beide Hälften der Aussage stehen deshalb auf der Seite, die Gegenzahl im aufgeklappten Text unter der 37. Der zweite Beleg trägt den Satz, dass die Hälfte der Betriebe keine der geforderten Zahlen nennen kann. Der Rechtsstand steht darunter, mit den Rechtsakten selbst als Quelle.

Steht auf der Seite zum Nachhaltigkeitsbericht.

KfW Research

Research der Förderbank des Bundes

„Nachhaltigkeit gewinnt bei Kreditverhandlungen großer KMU an Bedeutung“, Fokus Volkswirtschaft Nr. 528, 13. Januar 2026

Erhebung
KfW-Mittelstandspanel 2025, Bezugsjahr 2024
Stichprobe
Kleine und mittlere Unternehmen, die im Jahr 2024 Kreditverhandlungen geführt haben, ausgewertet nach Größenklassen und Branchen
Ergebnis
Bei 14,7 Prozent dieser Unternehmen wurde Nachhaltigkeit in den Verhandlungen thematisiert, 2023 waren es 15,5 Prozent. Bei Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten waren es 37 Prozent nach 34 Prozent im Vorjahr, bei 10 bis 49 Beschäftigten 24 Prozent. Bei 1 Prozent der Unternehmen mit Investitionskrediten scheiterte die Verhandlung an Nachhaltigkeitsaspekten.
Weg von der Studie zur Aussage

Wir nennen die 37 Prozent und im selben Zug die 15 von 100 für den ganzen Mittelstand; sie steht auf der Seite im aufgeklappten Text direkt unter der Zahl. Die Auswertung hält ausdrücklich fest, dass eine flächendeckende Berücksichtigung 2024 nicht festzustellen war. Wer nur die 37 Prozent zitiert, macht aus einer Zahl für größere Betriebe eine Zahl für alle.

Was die Auswertung nicht hergibt: dass ein fertiger Bericht bessere Konditionen bringt. Sie zeigt, dass Banken bei größeren Betrieben häufiger fragen, und sie zeigt über die Bundesbank-Umfrage vom Juli 2025, dass Kreditrichtlinien für klimaschädliche Geschäftsmodelle strenger und für grüne lockerer geworden sind. Das ist eine Aussage über das Geschäftsmodell, nicht über die Vorlage von Unterlagen. Ein Satz, der bessere Konditionen verspricht, stand bis zum 31. August 2026 auf unserer Seite und ist deshalb gestrichen.

KfW-Auswertung ansehen (PDF) (öffnet in neuem Tab)

KfW Research

Research der Förderbank des Bundes

„Bisher nur wenige KMU auf die Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten vorbereitet“, 12. Dezember 2024

Erhebung
KfW-Mittelstandspanel, Frage nach Verbrauchsdaten für Strom, Energie und Wasser, Treibhausgasemissionen und Nachhaltigkeitszertifizierungen
Stichprobe
Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland; die Meldung weist die Zahl der Befragten nicht gesondert aus
Ergebnis
Weniger als die Hälfte, 48 Prozent, kann aktuell oder perspektivisch mindestens einen der abgefragten Nachhaltigkeitsindikatoren bei Kreditverhandlungen angeben.
Weg von der Studie zur Aussage

Unsere Aussage sagt „die Hälfte kann keine der geforderten Zahlen nennen“ und liest die 48 Prozent von der anderen Seite: 52 Prozent können keinen einzigen der abgefragten Indikatoren angeben. Die 48 Prozent zählen außerdem mit, wer den Wert erst künftig liefern könnte, heute liefern können also weniger. Unsere Zahl bleibt damit unter dem, was die Erhebung hergibt.

Die Meldung ist von Dezember 2024 und damit die jüngste Erhebung, die wir zu dieser Frage gefunden haben. Schreibt KfW Research sie fort, wird sie hier ersetzt.

KfW-Meldung ansehen (öffnet in neuem Tab)

Der Rechtsstand dazu

Der freiwillige Standard selbst (Voluntary Standard, VS)

Die Europäische Kommission hat den delegierten Rechtsakt am 3. Juli 2026 angenommen. Er löst den bisherigen VSME-Standard ab und gilt für Betriebe bis 1.000 Beschäftigte. Angenommen ist nicht erlassen: Parlament und Rat haben zwei Monate Einspruchsfrist, verlängerbar auf vier. Erst danach folgt die Veröffentlichung im Amtsblatt, in Kraft tritt die Verordnung am dritten Tag darauf. Anwendbar ist der Standard für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen.

Deshalb steht auf unserer Seite „angenommen“ und nicht „erlassen“, und deshalb nennen wir den alten Namen weiter mit: im Markt heißt der Standard bis heute VSME.

Mitteilung der Kommission ansehen

Rechtsakt C(2026) 5011 ansehen (PDF)

Die Obergrenze für Anfragen aus der Lieferkette

Richtlinie (EU) 2026/470 vom 24. Februar 2026, in Kraft seit dem 18. März 2026. Ein Betrieb unter 1.000 Beschäftigten darf Anfragen ablehnen, die über den freiwilligen Standard hinausgehen.

Zwei Einschränkungen, die auf unserer Seite mitstehen: Es ist ein Ablehnungsrecht, keine Befreiung, der Auftraggeber darf weiter fragen. Und eine Richtlinie gilt nicht unmittelbar: Deutschland muss sie bis zum 19. März 2027 in nationales Recht umsetzen. Bis dahin kann sich niemand vor einem deutschen Gericht darauf berufen.

Richtlinie bei EUR-Lex ansehen

Warum Banken danach fragen

Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zum Management von ESG-Risiken (EBA/GL/2025/01). Anzuwenden ab dem 11. Januar 2026, für kleine und nicht komplexe Institute ab dem 11. Januar 2027. Die Institute müssen ESG-Risiken in ihr Risikomanagement einbeziehen, auch gegenüber Kreditnehmern.

Was daraus nicht folgt: dass ein Betrieb einen Bericht vorlegen muss oder mit einem Bericht bessere Konditionen bekommt. Die Leitlinien verpflichten die Bank, nicht den Kunden.

Leitlinien ansehen (PDF, deutsch)

Was andere Ranglisten sagen

Verschiedene Ranglisten messen Verschiedenes, deshalb gibt es mehrere Sieger nebeneinander. Unserer Zahl widerspricht das nicht, es ist ein anderer Gegenstand.

IMD World Digital Competitiveness Ranking 2025

Platz 1 Schweiz, vor den USA und Singapur. Bewertet 69 ganze Volkswirtschaften nach Talent, Forschung, Kapital und Regulierung, teils über Umfragen unter Führungskräften. Keine Aussage über den Technologieeinsatz im Mittelstand.

Bitkom-DESI-Index 2026

Deutschland Platz 17 von 27, in der Teilkategorie „Digitale Transformation von Unternehmen“ Platz 11 nach Rang 8 im Vorjahr. Ein Nachbau des von der EU-Kommission eingestellten DESI mit 44 Indikatoren über alle Unternehmensgrößen. Platz 11 liegt neben unserem Platz 12 und stützt ihn.

Bitkom schreibt dort außerdem, in dieser Teilkategorie stehe Deutschland „unter den 5 größten EU-Ländern“ auf Platz 1. Das ist eine andere Vergleichsgruppe: unter allen 27 bleibt es auch bei Bitkom Platz 11, und in unserer Kennzahl liegen Italien und Spanien vor Deutschland.

Bitkom-Digitalranking ansehen

UN E-Government Development Index

Misst digitale Verwaltungsleistungen, nicht Unternehmen. Für die Frage, wie digital ein Betrieb arbeitet, sagt er nichts aus.

Der Potenzialrechner

Der Rechner auf der Startseite arbeitet mit einem eigenen, bewusst konservativeren Rechenweg auf Basis des KfW-Mittelstandspanels. Jede Formel, jede Annahme und jede Quelle steht hier, vollständig zum Nachrechnen.

Jede Zahl, mit der der Potenzialrechner arbeitet, jede Formel und jede Annahme. Damit lässt sich das Ergebnis vollständig nachrechnen.

Der Rechner misst nicht Ihren Betrieb. Er sagt, was in Betrieben Ihrer Größe, Branche und Arbeitsweise üblich ist. Den tatsächlichen Wert nehmen wir in der Potenzialwoche vor Ort auf, und erst diese Messung wird zur Grundlage eines Angebots.

Drei Wege, zusammengeführt

Wie viel Beleg- und Datenarbeit in einem Betrieb steckt, lässt sich auf drei Wege bestimmen. Zwei davon sind Messungen, die methodisch nichts miteinander zu tun haben, der dritte ist Ihre eigene Angabe im Rechner.

Die drei Wege und ihre Rolle in der Rechnung
WegGrundlageRolle
A: Unternehmensbefragung KfW-Mittelstandspanel, 9.556 Betriebe, repräsentativ rechnet, und ist die Untergrenze
B: Verwaltungsdaten Sachverständigenrat, Standardkostenmodell, keine Befragung Gegenprobe für A
C: Ihre Angabe Schreibtischarbeit pro Woche, von Ihnen eingegeben rechnet mit, gedämpft

Gerechnet wird mit Weg A, weil nur er die passende Abgrenzung hat: je Unternehmen erhoben, alle gesetzlichen Vorgaben, deutscher Mittelstand, repräsentativ. Weg B misst enger, nämlich Informationspflichten aus Bundesrecht, und rechnet nicht mit Selbstauskünften, sondern mit Verwaltungsdaten.

Deshalb ist Weg B die härteste Probe, die es für Weg A gibt. Sie bestätigt die Größenordnung: bis 143 Beschäftigte bleiben zwei methodisch fremde Messungen innerhalb des Faktors 2. Dass eine Gerade und eine Potenzkurve sich irgendwo schneiden, ist Geometrie; bemerkenswert ist, wo: bei sieben Beschäftigten, der typischen Größe der Klasse 5 bis 9, treffen sich beide Wege mit 52,0 gegen 50,9 Stunden im Monat fast exakt. Darüber öffnet sich die Schere, und zwar zu Ihren Gunsten: ab etwa 150 Beschäftigten liegt Weg A unter Weg B, bei 250 Beschäftigten bei 44 Prozent davon. Gerechnet wird dort also mit dem niedrigeren der beiden Werte. Das Prüfskript hält beides fest.

Messung und Angabe rechnen zusammen, keine von beiden allein. Die Messung ist präzise über die Größenklasse, aber blind für Ihren Betrieb. Ihre Angabe ist umgekehrt genau auf Ihren Betrieb bezogen, aber Selbstauskünfte zur Bürokratie liegen belegbar über gemessenen Werten: das Institut für Mittelstandsforschung Bonn stellt 15,7 Prozent des Umsatzes als Selbsteinschätzung gegen 1 bis 5 Prozent nach Messung und nennt die Selbsteinschätzungen ausdrücklich überzeichnet. Dieselbe Richtung zeigt der Vergleich der Erhebungen: die KfW-Befragung nach Stunden liegt bei einem Drittel der Selbsteinschätzung in Prozent aus der ifo-Umfrage.

Zusammengeführt wird als geometrisches Mittel, also mittig auf der logarithmischen Skala. Liegt Ihre Angabe um den Faktor drei über der Messung, bleibt davon der Faktor 1,7 stehen. Damit wirken Betriebsgröße, Branche und Ihre eigene Angabe in jedem Fall auf das Ergebnis, und keine der beiden Seiten kann es allein bestimmen. Das geometrische Mittel ist der übliche Weg, wenn Fehler multiplikativ wirken, also in Faktoren statt in Differenzen. Und die Wahl des Ankers ist die konservative: die Messung umfasst nur die gesetzliche Pflichtarbeit, Ihre Angabe die gesamte Beleg- und Datenarbeit. Das Mittel aus der engeren und der vollen Größe zieht das Ergebnis systematisch nach unten; ein gewöhnliches arithmetisches Mittel ergäbe höhere Werte.

Zwei Schranken bleiben. Unter die Messung geht es nicht: Pflichtarbeit fällt an, ob ein Betrieb sie beim Schätzen mitzählt oder nicht. Und über Ihre Schreibtischarbeit geht es nicht: Belegarbeit ist ein Teil davon. In beiden Fällen sagt der Rechner in einem Satz, welche Schranke greift, und wenn die Messung greift, nennt er die Stundenzahl, ab der Ihre eigene Angabe wieder zählt. Es ist derselbe Wert, den der Knopf unter dem Schieber setzt.

Warum gesetzliche Pflichten als Messgröße dienen, und was der Rechner trotzdem meint. Gerechnet wird über die gesamte Beleg- und Datenarbeit im Betrieb: Angebote, Aufträge, Rechnungen, Nachweise, Termine, Übergaben zwischen Programmen, doppelte Eingaben. Nur ist genau dieser Gesamtaufwand nirgends repräsentativ erhoben. Erhoben ist der Teil, der aus gesetzlichen Vorgaben entsteht, und der ist deshalb die belegte Untergrenze, nicht der Umfang der Aufgabe. Was am Ende digitalisiert wird, sind die Abläufe des Betriebes, nicht nur seine Pflichten.

Belegarbeit je Woche = min( max( Wurzel(Ihre Angabe mal 50 Prozent mal Messung), Messung ), Ihre Angabe )

Messung heißt hier: Pflichtstunden je Woche nach Weg A, mal Branchenfaktor, minus dem Anteil, den externe Dienstleister erbringen. Der vollständige Rechenweg mit Zahlen steht unten unter „Ein Betrieb durchgerechnet“.

Quellen
  1. KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 495, 25. April 2025: Bürokratie kostet den Mittelstand 6,9 Prozent der Arbeitszeit. Datenbasis ist das KfW-Mittelstandspanel, 22. Welle: eine repräsentative Befragung von 9.556 mittelständischen Unternehmen aller Größenklassen und Branchen, durchgeführt von der GfK, wissenschaftlich beraten vom ZEW Mannheim, Bezugsjahr 2023. Gefragt wurde nach Arbeitsstunden pro Monat, der Prozentwert wurde erst danach gebildet. Studie ansehen
  2. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2025/26, Kapitel 7: 1.019 Millionen Arbeitsstunden im Jahr 2024 für Informationspflichten aus Bundesrecht, das sind 1,7 Prozent aller geleisteten Arbeitsstunden. Über alle Rechtsebenen hochgerechnet 4,9 Prozent. Gerechnet nach dem Standardkostenmodell auf Verwaltungsdaten, ohne Befragung. Gutachten ansehen
  3. Poel, Marneffe, Vanlaer, Universität Hasselt: „Assessing the electronic invoicing potential for private sector firms“, International Journal of Digital Accounting Research Vol. 16, 2016. Begutachteter Aufsatz, gerechnet nach dem Standardkostenmodell, also aus gemessener Zeit. 794 bis 847 befragte Betriebe, gewichtet nach Region und Beschäftigten, gemeinsam mit der belgischen Agentur für Verwaltungsvereinfachung. Das ist die zeitbasierte Quelle für die Ersparnis je Vorgang. Aufsatz ansehen
  4. ibi research an der Universität Regensburg, „Elektronische Rechnungsabwicklung und Archivierung“, 2017, gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium, rund 300 Unternehmen aller Branchen und Größen. Belegt, wie häufig der Medienbruch in Deutschland war; die Erhebung ist von 2017, die seit 2025 geltende E-Rechnungspflicht erzwingt das Format, aber nicht den durchgehenden Arbeitsablauf dahinter. Studie ansehen
  5. McKinsey Global Institute, „A future that works“, Januar 2017, Grafik 7 und 8: Aufteilung der Arbeitszeit nach Tätigkeitsart, für Bürotätigkeiten 50 Prozent Datenerfassung und Datenverarbeitung. Grundlage ist die US-Berufsdatenbank O*NET von 2014; die Zeitanteile sind daraus über eine angepasste Kurve hochgerechnet, nicht gemessen. Die Methode legt der Bericht im Anhang offen. Bericht ansehen
  6. Institut für Mittelstandsforschung Bonn, Holz, Icks, Nielen: „Analyse zur Bürokratiebelastung in Deutschland“, Studie im Auftrag der INSM, 2023. Beleg für die Überzeichnung von Selbsteinschätzungen: 15,7 Prozent des Umsatzes geschätzt gegen 1 bis 5 Prozent nach Standardkostenmodell-Messungen. Trägt die Entscheidung, Angabe und Messung zusammenzuführen statt der Angabe allein zu folgen. Studie ansehen
  7. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 148, April 2026: Arbeitskosten je geleistete Stunde 2025, EU-Abgrenzung. Auszubildende zählen dort weder zu den Kosten noch zu den Stunden. Es ist die Jahresschätzung; die endgültigen Werte der Arbeitskostenerhebung 2024 sind angekündigt, die Sätze werden nachgezogen, sobald sie vorliegen. Mitteilung ansehen
  8. IHK Südlicher Oberrhein mit DATEV, verbreitet über Haufe: Prozesskosten je Rechnung, Versand 11,10 Euro auf Papier gegen 4,50 Euro elektronisch, Empfang 17,60 gegen 6,40 Euro. In Summe je Vorgang 28,70 gegen 10,90 Euro; die Summe ist hier gebildet, die Quelle nennt Versand und Empfang getrennt. Nur Obergrenze, nicht Rechengrundlage: es sind Kosten, keine Zeit. Vergleich ansehen

Nicht verwendet, weil nicht belegbar: „über 100 Stunden Bürokratie im Jahr“ (steht nicht im Bericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, dem die Zahl zugeschrieben wird), „22.000 Euro Bürokratiekosten je Betrieb“, „27 auf 2 Minuten je Rechnung“, sowie sämtliche Ersparniszahlen von Softwareanbietern über ihre eigenen Produkte. Auch die Selbsteinschätzung des ifo Instituts von 22 Prozent der Arbeitszeit dient nur als Obergrenze: 437 Führungskräfte, nicht repräsentativ, Betriebe im Schnitt mit 2.850 Beschäftigten.

Schritt 1: Pflichtstunden nach Größe und Branche

Das KfW-Mittelstandspanel erhebt, wie viele Arbeitsstunden im Monat ein Betrieb aufwendet, um alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Es nennt je Größenklasse zwei Zahlen: die absoluten Stunden und den Anteil an der Arbeitszeit.

Erfüllungsaufwand gesetzlicher Vorgaben je Monat und Unternehmen
Betriebsgröße Stunden im Monat Anteil der Arbeitszeit implizite Größe
Solo-Selbstständige118,7 Prozent1
unter 5 Beschäftigte187,7 Prozent1,57
5 bis 9 Beschäftigte555,3 Prozent6,99
10 bis 49 Beschäftigte903,7 Prozent16,38
ab 50 Beschäftigte3103,0 Prozent69,58
Mittelstand insgesamt326,9 Prozent3,12

Die vierte Spalte ist gerechnet, nicht abgeschrieben, und sie ist der Punkt, an dem die meisten Rechner falsch liegen. Ein Klassenmittel gilt für die durchschnittliche Betriebsgröße der Klasse, und die folgt aus den beiden veröffentlichten Spalten:

implizite Größe = Stunden im Monat ÷ Anteil ÷ (34,3 mal 4,33)
Die KfW nennt im Text 34,3 und in der Fußnote 34,4 Wochenstunden; der Rechner nutzt 34,3, der Unterschied liegt unter einem halben Prozent.

Die Klasse „unter 5“ liegt danach bei 1,57 Beschäftigten, die Klasse „10 bis 49“ bei 16,38, die Klasse „ab 50“ bei 69,58. Hängt man die 90 Stunden stattdessen an 25 Beschäftigte, fällt die Kurve zwischendurch und steigt wieder, und ein Beschäftigter mehr ist einmal 55 Prozent und einmal 3 Prozent wert.

Durch diese fünf Punkte legt der Rechner eine glatte Kurve, eine Potenzfunktion:

Pflichtstunden im Monat = 11,775 mal Beschäftigte hoch 0,7634

Sie trifft alle fünf Stützpunkte auf 11 Prozent, läuft ohne Sprung und liefert einen Anteil an der Arbeitszeit, der mit der Betriebsgröße fällt, von 7,93 Prozent bei einem Beschäftigten auf 2,15 Prozent bei 250. Beides ist die Aussage der Studie.

Auf diesen Wert wirkt die Branche als Faktor, gemessen am Mittelstandsschnitt.

Anteil der Arbeitszeit für gesetzliche Vorgaben nach Branche
Branche im RechnerSegment der KfWAnteilFaktor
Bau und AusbauBau8,1 Prozent1,17
Produktion und IndustrieSonstiges verarbeitendes Gewerbe7,2 Prozent1,04
HandelSonstige Dienstleistungen8,2 Prozent1,19
Planung, IT und BeratungWissensintensive Dienstleistungen5,4 Prozent0,78
Andere DienstleistungSonstige Dienstleistungen8,2 Prozent1,19

Die KfW veröffentlicht zusätzlich absolute Stunden je Branche. Daraus folgt wieder eine branchentypische Betriebsgröße, und genau dort muss die Kurve die Veröffentlichung treffen. Sie tut es, und sie bleibt überall darunter:

Gegenprobe an den veröffentlichten Branchenwerten
Branchensegment veröffentlicht typische Größe Modell
Bau38 h3,1633,3 h
Sonstiges verarbeitendes Gewerbe52 h4,8641,1 h
FuE-intensives verarbeitendes Gewerbe65 h7,8245,9 h
Wissensintensive Dienstleistungen28 h3,4923,9 h
Sonstige Dienstleistungen36 h2,9632,0 h
Mittelstand insgesamt32 h3,1228,1 h

Fünf Branchen, weil das KfW-Panel in genau diese Segmente schneidet. Feiner zu tun, als die Datenlage hergibt, wäre unseriös. Handel zählt die KfW zu den sonstigen Dienstleistungen.

Vom Ergebnis geht ab, was ohnehin außerhalb des Betriebes erledigt wird: nach der KfW erbringen externe Dienstleister 34,6 Prozent des Erfüllungsaufwands, im Bau 37,0 Prozent. Meist ist das der Steuerberater. Diese Stunden fallen im Betrieb nicht an, also sind sie auch kein Potenzial des Betriebes.

Pflichtstunden je Woche im Betrieb = Stunden im Monat ÷ 4,33 mal Branchenfaktor mal (1 minus externer Anteil)

Das ist die größte einzelne Kürzung im ganzen Rechenweg, und sie ist bewusst so gesetzt: die Arbeit Ihres Steuerberaters ist seine Arbeit. Wir ersetzen sie nicht, wir rechnen sie nicht als Potenzial und wir versprechen nichts über sein Honorar. Gerechnet wird ausschließlich die Zeit, die in Ihrem Betrieb anfällt.

Schritt 2: Schreibtischarbeit pro Woche

Diese Angabe kommt vom Betrieb selbst. Gemeint ist die gesamte Zeit am Schreibtisch: Angebote, Rechnungen, Nachweise, Termine, Telefon, Nachfragen, Dateneingabe, über alle Mitarbeiter zusammen und unabhängig davon, wo sie es erledigen. Absichtlich die ganze Schreibtischzeit und nicht nur die Belegarbeit: eine Gesamtzeit lässt sich schätzen, ein Teil davon nicht. Den Anteil, der Beleg- und Datenarbeit ist, zieht der Rechner im nächsten Schritt selbst ab.

Beide Schieber zeigen modellbasierte Ausgangswerte, damit die Bahn nicht leer dasteht. Als Ihre Angabe zählen sie erst, wenn Sie sie anfassen: was dort steht, ist eine Annahme über Betriebe Ihrer Größe, keine Aussage über Ihren. Der Erwartungswert erscheint deshalb erst, wenn alle vier Angaben stehen, und Beschäftigte und Schreibtischarbeit können Sie jederzeit weiter anpassen.

Haben Sie Ihre Schreibtischzeit nicht im Kopf, setzen Sie unter dem Schieber den Mindestwert für Ihre Größe ein. Er ist nicht geschätzt, sondern folgt aus zwei Zahlen, die weiter unten ohnehin stehen: die Belegarbeit im Betrieb ist mindestens die gemessene Pflichtarbeit ohne den Teil, den der Steuerberater erbringt, und Belegarbeit ist die Hälfte der Schreibtischarbeit. Also

Mindestwert = Pflichtstunden im Betrieb geteilt durch 50 Prozent

Das ist der niedrigste Wert, der zu beiden Quellen passt, nicht der wahrscheinliche: Ihr Betrieb schreibt auch Angebote, Aufträge und Nachweise, zu denen ihn kein Gesetz zwingt, und die zählt die zugrunde liegende Befragung nicht mit, weil sie nach gesetzlichen Vorgaben fragt. Deshalb heißt er Mindestwert und nicht Ergebnis, deshalb liegt Ihr eigener Wert üblicherweise darüber, und deshalb steht neben dem Knopf dieselbe Zahl in Vollzeitkräften. Unter dem Mindestwert rechnet der Rechner ohnehin mit der Messung, weil Pflichtarbeit anfällt, ob ein Betrieb sie beim Schätzen mitzählt oder nicht.

Steht der Schieber auf dem Mindestwert, ist die ausgewiesene Zahl die Untergrenze des Modells, und die Karte nennt sie auch so. Erst wenn Sie einen eigenen, höheren Wert setzen, ist es ein Erwartungswert.

Nicht die ganze Schreibtischarbeit ist Beleg- und Datenarbeit. Ein Teil davon ist Telefon, Besprechung, Führung, und der lässt sich nicht digitalisieren. Der Rechner setzt 50 Prozent an, und zwar verankert am McKinsey Global Institute, das die Arbeitszeit nach Tätigkeitsart aufteilt:

Tätigkeitsstunden in Bürotätigkeiten, McKinsey Global Institute 2017
TätigkeitAnteil der Stunden
Daten verarbeiten35 Prozent
Daten erfassen15 Prozent
Abstimmung mit Menschen25 Prozent
Ablegen, Kopieren, Post14 Prozent
Fachurteil, Planen, Entscheiden8 Prozent
Führung2 Prozent

Daten erfassen und verarbeiten ergeben zusammen genau 50 Prozent. Derselbe Bericht nennt für die Finanz- und Versicherungswirtschaft ebenfalls rund 50 Prozent, und aus den Gesamtwerten der Studie folgt 47 Prozent, wenn man körperliche Arbeit herausrechnet. Drei Schnitte desselben Berichts, alle um 50 Prozent; untereinander bestätigen sie sich, unabhängig sind sie nicht. Würde man Ablegen, Kopieren und Post dazurechnen, wären es 64 Prozent; der Rechner tut das nicht.

Was daran Näherung bleibt. Diese Anteile sind nicht mit der Uhr gemessen, sondern aus Häufigkeitsurteilen der US-Berufsdatenbank O*NET von 2014 über eine angepasste Kurve auf 2.080 Jahresstunden hochgerechnet, und sie gelten für die USA. Eine erhobene deutsche Zahl existiert nicht, und das ist geprüft: die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes kennt für Erwerbsarbeit keinen einzigen Inhaltscode, sondern nur Haupt- und Nebentätigkeit, Pausen und Wege. Die Erwerbstätigenbefragung von BIBB und BAuA fragt zu „Informationen sammeln, Recherchieren, Dokumentieren“ ausschließlich, ob das häufig, manchmal oder nie vorkommt, liefert also Anteile von Personen und keine Anteile von Zeit. Und O*NET selbst erhebt für Tätigkeiten nur Wichtigkeit und Niveau, nie Dauer. Wie stark der Wert das Ergebnis bewegt, dämpft die Zusammenführung: läge der Anteil bei 40 statt 50 Prozent, sänke das Ergebnis wegen des geometrischen Mittels nur um rund zehn Prozent, solange nicht ohnehin die Messung bindet.

Die unabhängige Gegenprobe ist amtlich: nach der Datenbasis der bundesrechtlichen Informationspflichten entfallen 42,8 Prozent aller regelmäßigen Bürokratiekosten auf acht beleg-, buchführungs- und steuernahe Pflichten, darunter die Ausstellung von Rechnungen mit 7,7 Prozent und die allgemeine Buchführung mit 7,5 Prozent.

Schritt 3: Der Anteil, der wegfällt

Wie viel Zeit ein digitaler Belegvorgang spart, hat die Universität Hasselt nach dem Standardkostenmodell erhoben. Veröffentlicht sind Kostenwerte je Rechnung (Eingang 8,04 Euro auf Papier gegen 2,27 Euro strukturiert, Ausgang 4,44 gegen 1,20 Euro); die Minuten hier sind daraus über den in der Studie angesetzten Tarif von 35,21 Euro je Stunde zurückgerechnet, beim Papierausgang ist vorher das Porto von 0,76 Euro abgezogen. Die Prozentwerte sind aus den ungerundeten Minuten gerechnet:

Zeit je Rechnungsvorgang, aus den Kostenwerten der Universität Hasselt zurückgerechnet
Papierstrukturiert digitalErsparnis
Rechnungseingang13,7 Minuten3,9 Minuten72 Prozent
Rechnungsausgang6,3 Minuten2,0 Minuten67 Prozent
Vorgang gesamt20,0 Minuten5,9 Minuten70 Prozent

70 Prozent sind das technische Maximum je Vorgang, nicht der Effekt im Betrieb. Zwei Dinge kommen dazwischen. Erstens der Medienbruch: kommt die Rechnung als PDF per E-Mail, bleiben im Eingang 4,5 Prozent Ersparnis und über den ganzen Vorgang 17 Prozent. In Deutschland drucken 40 Prozent der Unternehmen elektronisch empfangene Rechnungen aus, und 42 Prozent erfassen die Daten von Hand erneut, obwohl sie digital vorliegen. Zweitens die Abdeckung: in keinem Betrieb kommen alle Belege strukturiert an, weil Kleinlieferanten, Papierbelege und Klärfälle bleiben. Wird der durchgehende Weg für 60 bis 80 Prozent des Belegvolumens erreicht, bleiben 42 bis 56 Prozent Ersparnis auf die Beleg- und Datenarbeit.

Anteil der Belegarbeit, der wegfällt: 42 Prozent untere Grenze, 49 Prozent Punktschätzung, 56 Prozent obere Grenze

Die untere Grenze ist die Abdeckung von 60 Prozent, die obere die von 80 Prozent, und die setzt strukturiertes Format, durchgehenden Arbeitsablauf und automatische Einträge in die Finanzkonten voraus. Ausgewiesen wird die Punktschätzung. Zwei Übertragungen stecken darin, beide benannt: die Messung stammt aus Belgien von 2016 und misst Rechnungsvorgänge. Der Rechnungsvorgang ist der am besten gemessene Stellvertreter des Belegvorgangs, denn die Schritte sind dieselben: empfangen, erfassen, prüfen, ablegen. Und Standardkostenmodell-Zeiten sind Prozesszeiten, keine Landeswerte. Die seit 2025 geltende E-Rechnungspflicht ändert daran das Format, nicht den Arbeitsablauf: sie verschiebt Betriebe auf der Leiter der Arbeitsweisen nach oben, die Ersparnis je Vorgang bleibt. Das Band misst damit die Belegabdeckung und nicht die gesamte Unsicherheit der Rechnung: der Beleganteil von 50 Prozent und die Größenklassen der Befragung tragen ihre eigene, hier nicht bezifferte Streuung. Zum Vergleich: dieselbe Rechnung als Kostenzahl aus einem Beraterfall ergibt 62 Prozent. Dieser Wert liegt über unserer Bandbreite und dient nur als Obergrenze.

Der Medienbruch steckt nicht in diesem Band, sondern in der Frage nach der Arbeitsweise: wer heute mit Excel und E-Mail arbeitet, hat 15 Prozent des Effekts schon gehoben, und der Rest wird entsprechend kleiner. Ihn zusätzlich in die Senkung einzurechnen, wäre derselbe Abschlag zweimal.

Wie viel davon ein Betrieb schon gehoben hat, hängt daran, womit er heute arbeitet. Entscheidend ist nicht, ob etwas digital ist, sondern ob der Vorgang ohne Medienbruch durchläuft.

Bereits gehobener Anteil und der Rest, der davon wegfällt
So arbeitet der Betriebschon gehobenAnteil der Belegarbeit, der wegfällt
Papier und Ordner0 Prozent42 bis 56 Prozent
Excel und E-Mail15 Prozent36 bis 48 Prozent
Mehrere Programme35 Prozent27 bis 36 Prozent
Eine Branchensoftware45 Prozent23 bis 31 Prozent
Ein System für alles80 Prozent8 bis 11 Prozent

„Excel und E-Mail“ steht bei 15 Prozent, weil genau dieser Zustand gemessen ist: PDF per E-Mail bringt 17 Prozent über den ganzen Vorgang. „Mehrere Programme“ steht hinter „eine Branchensoftware“, obwohl dort mehr digitalisiert ist: die Übergänge zwischen den Programmen fressen den Gewinn, weil Daten von Hand wandern. Belegt durch die 42 Prozent, die digital vorliegende Daten erneut von Hand erfassen.

Schritt 4: Von Stunden zu Euro

Die gesparten Stunden werden mit 45 Arbeitswochen und den amtlichen Arbeitskosten der Branche multipliziert. 45 Wochen, weil Urlaub und Feiertage abgezogen sind. Die Arbeitskosten sind Vollkosten einschließlich Lohnnebenkosten, nicht der Bruttolohn.

Arbeitskosten je geleistete Stunde 2025, Statistisches Bundesamt
WirtschaftszweigEuro je StundeBranche im Rechner
Verarbeitendes Gewerbe49,50Produktion und Industrie
Baugewerbe39,60Bau und Ausbau
Handel, Instandhaltung und Reparatur37,20Handel
Information und Kommunikation58,50Planung, IT und Beratung: 59,50
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen60,40
Erbringung sonstiger Dienstleistungen38,80Andere Dienstleistung
Gesamtwirtschaft45,00nicht verwendet

Deckt der Name einer Branche im Rechner mehrere Wirtschaftszweige ab, gilt deren Mittel. „Planung, IT und Beratung“ umfasst beide oben genannten Zweige, also 59,50 Euro. Vorher stand hier der niedrigere der beiden, und das war keine Vorsicht, sondern eine Wahl gegen den zutreffenden Wert. Für „Andere Dienstleistung“ gilt der Sammelzweig S; einzelne Zweige darunter, etwa Gastgewerbe oder Verkehr, liegen niedriger, sind aber eigene Kategorien und kein Sammelwert. Der Gesamtdurchschnitt von 45,00 Euro wird für keine Branche verwendet, er wäre für die Dienstleistungen zu hoch. Der Branchensatz ist eine Mischrechnung: Belegarbeit verteilt sich real über Bürokraft, Meister und Geschäftsführung, deren Stunden unter wie über dem Schnitt liegen, deshalb der Schnitt des Zweiges.

Ersparnis je Jahr = gesparte Stunden je Woche mal 45, auf Zehner gerundet, mal Arbeitskosten, abgerundet

Die Reihenfolge ist wichtig: erst werden die Jahresstunden gerundet, dann entsteht der Betrag aus dieser gerundeten Stundenzahl. Sonst kann der genannte Betrag über dem liegen, was die genannten Stunden hergeben, und wer nachrechnet, findet einen Widerspruch. Die Stunden werden kaufmännisch auf Zehner gerundet, der Betrag danach abgerundet. Zehner immer abzurunden klingt vorsichtig, kostet aber bis zu neun Stunden, bei 150 Stunden im Jahr also sechs Prozent, ohne dass es jemand sehen oder begründen kann. Eine Zahl, die zu niedrig ist, ist genauso falsch wie eine, die zu hoch ist.

Ein Betrieb durchgerechnet

Ein Bau- und Ausbaubetrieb, 8 Beschäftigte, arbeitet mit Papier und Ordnern, gibt 25 Stunden Schreibtischarbeit pro Woche an. Jeder Schritt mit der Zahl, die er beisteuert:

Rechenweg für 8 Beschäftigte, Bau, Papier, 25 Stunden
SchrittRechnungErgebnis
Weg A, Pflichtstunden im Monat 11,775 mal 8 hoch 0,7634 57,6 h
je Woche, mal Branchenfaktor Bau 57,6 ÷ 4,33 mal 1,17 15,61 h
Weg B als Gegenprobe 8 mal 34,3 mal 4,9 Prozent ÷ 4,33 mal 1,17 15,78 h
externe Dienstleister ab 15,61 mal (1 minus 37 Prozent) 9,84 h
Weg C, Ihre Angabe 25,0 mal 50 Prozent 12,50 h
zusammengeführt Wurzel aus 12,50 mal 9,84 11,09 h
Senkung, Papier hebt noch nichts 11,09 mal 49 Prozent mal 100 Prozent 5,43 h
Deckel, 50 Prozent von 25 h greift nicht, 5,43 liegt unter 12,50 5,43 h
Jahresstunden, auf Zehner gerundet 5,43 mal 45 = 244,5, gerundet 240 h
Betrag, abgerundet 240 mal 39,60 = 9.504 9.500 Euro

Ausgewiesen werden 9.500 Euro und 240 Stunden im Jahr, 20 im Monat. Mit der unteren und oberen Grenze der Senkung ergibt sich ein Band von 8.300 bis 11.000 Euro. Die Gegenprobe: 240 mal 39,60 Euro sind 9.504 Euro, der ausgewiesene Betrag liegt darunter.

Diese Tabelle stammt aus demselben Modell, mit dem der Rechner arbeitet. Im Repository gibt node potenzialrechner/pruefung.mjs --protokoll denselben Weg für drei Beispielbetriebe aus.

Grenzen der Rechnung

Ein Deckel. Ausgewiesen wird nie mehr als die Hälfte der angegebenen Schreibtischarbeit. Auf die ausgewiesene Zahl greift er bauartbedingt nie: die mittlere Senkung liegt mit 49 Prozent knapp unter den 50 Prozent des Deckels. Er begrenzt das obere Bandende, und auch das kann ihn nur in der Arbeitsweise „Papier und Ordner“ erreichen; in allen anderen Stufen drückt der bereits gehobene Anteil das Band darunter. Der Deckel ist damit eine Zusage nach außen, keine Stellschraube der Rechnung.

Der Mittelwert ist nicht der Normalfall. Die KfW veröffentlicht die ganze Verteilung: das untere Viertel der Betriebe liegt bei 8 Stunden im Monat, der Median bei 15, der Mittelwert bei 32, das oberste Zehntel bei 100 und mehr. Der Mittelwert wird von großen Betrieben getrieben. Ein Rechner, der einem Betrieb mit fünf Beschäftigten die 32 Stunden vorrechnet, überschätzt um mehr als das Doppelte. Deshalb rechnet der Rechner mit den Werten der Größenklasse und bleibt zwischen dem unteren Viertel und dem obersten Zehntel.

Zwei Abgrenzungen. Das KfW-Panel erhebt je Unternehmen; im Bereich bis 250 Beschäftigte fallen Unternehmen und Betrieb fast immer zusammen, mehrere Standorte geben Sie zusammen ein. Und Beschäftigte zählen als Köpfe, nicht als Vollzeitstellen: die Rechenbasis von 34,3 Wochenstunden ist der Erwerbstätigen-Durchschnitt einschließlich Teilzeit.

Was der Rechner nicht kann. Er kennt Ihre Abläufe nicht, nur Größenordnungen. Er unterstellt, dass gesparte Zeit einen Wert hat, bewertet sie mit den Arbeitskosten und sagt damit nichts darüber, ob dieser Wert als geringere Kosten oder als mehr Aufträge ankommt. Und er misst nicht, was eine Umstellung kostet. Zur Größenordnung der Wirkung: nach KfW und ZEW erhöhen zehn Prozent mehr digitales Kapital die Produktivität um 0,16 Prozent, bei den bereits stark digitalisierten Betrieben um 0,81 Prozent. Digitalisierung wirkt, aber sie wirkt nicht von selbst.

Was Annahme bleibt

Vier Setzungen trägt die Rechnung, jede steht hier:

  • 50 Prozent der Schreibtischarbeit sind Beleg- und Datenarbeit. Verankert an drei Schnitten desselben McKinsey-Berichts, dort aus Häufigkeitsurteilen für die USA hochgerechnet, nicht mit der Uhr gemessen. Eine erhobene deutsche Zahl existiert nicht, siehe Schritt 2.
  • Die Belegabdeckung von 60 bis 80 Prozent hinter der Bandbreite von 42 bis 56 Prozent. Gemessen sind die 70 Prozent je Vorgang; dass ein Betrieb den durchgehenden Weg nie für alle Belege erreicht, weil Kleinlieferanten, Papierbelege und Klärfälle bleiben, ist eine begründete Setzung, keine Messung.
  • Die Leiter der Arbeitsweisen. Zwei Sprossen sind gemessen verankert: Papier bei null und „Excel und E-Mail“ bei 15 Prozent über die PDF-Werte der Hasselt-Studie. Dass ein durchgehendes System 80 und nicht 100 Prozent hebt, ist bewusste Vorsicht. Die Zwischenwerte 35 und 45 Prozent ordnen die Stufen nach dem Medienbruch-Befund von ibi; ihre Reihenfolge ist belegt, ihre Höhe gesetzt.
  • 45 Arbeitswochen im Jahr, bewusst niedrig angesetzt.

Gerechnet oder zitiert sind: die Kurve durch die fünf Stützpunkte, die Branchenfaktoren, der externe Anteil, die 70 Prozent je Vorgang, die Arbeitskosten. Jede dieser Zahlen steht in den Tabellen oben mit ihrer Quelle.

Was die Potenzialwoche daraus macht

Der Rechner zeigt eine Größenordnung. Für eine Entscheidung über Geld braucht es eine Messung. Wir sind bis zu fünf Tage im Betrieb, sehen die Abläufe, sprechen mit den Mitarbeitern und schreiben auf, was wie lange dauert. Danach liegt der Status Quo in Zahlen vor, und der Vorschlag rechnet mit Ihren eigenen Daten. Jede solche Messung geht anschließend in die Kalibrierung dieses Rechners ein.

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