Titus
Der Münsteraner Händler mit 16 eigenen Filialen, sieben Partnerläden und eigenem Onlineshop führte 2024 ein neues Warenwirtschaftssystem ein. Die Einführung lief technisch schief, Lieferfähigkeit und Umsatz brachen ein. Im Februar 2025 folgte die Insolvenz in Eigenverwaltung, im Sommer 2025 war das Verfahren beendet, 17 der 23 Läden blieben.
- Was mit der Technik zu tun hatte
- Hier kam der Umbau nicht zu spät, sondern ungeprüft. Das Unternehmen nennt die technischen Probleme des neuen Systems als Ursache erheblicher Umsatzeinbußen und Zusatzkosten.
Was daneben ebenfalls wirkteKonsumzurückhaltung und ein schwacher Modehandel werden als zweite Ursache genannt und trafen die ganze Branche.
Ein Digitalisierungsprojekt kann einen gesunden Betrieb umwerfen. Wer den Ist-Zustand erst nach dem Umstieg kennt, lernt ihn am teuersten Tag.
- retail-news, 2025 (öffnet in neuem Tab)
- Handelsblatt, Neustart nach der Insolvenz (öffnet in neuem Tab)
Wie wir bei so einem Vorhaben vorgehen
Vor einem Wechsel der Warenwirtschaft gehen wir den Weg einer Bestellung einmal ganz mit: Shop, Bestand, Kommissionierung, Versand. Danach steht auf Papier, was zwischen den Systemen übergeben wird und wo der Ablauf heute schon stockt. Daraus werden Prüffälle, etwa Teilbestellung, Retoure und Bestandsabgleich. Was davon im neuen System nicht sauber durchläuft, hält den Umstieg auf. Wer freigibt und wie der Rückweg aussieht, steht vorher fest.
